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Freudenstadt - die Stadt des Herzogs

Entstand Freudenstadt aus einer Fürstenlaune heraus? Oder lag dieser Entscheidung, eine Stadt im förchtigen Wald und auf wilder Wurzel zu bauen, wohlüberlegtes politisches Kalkül zugrunde? Wollte Herzog Friedrich I. von Württemberg auf halbem Wege zwischen seinen beiden Residenzen Stuttgart und Mömpelgard etwa nur der Bequemlichkeit halber ein Schloss erbauen?



der Stadtgründer
Herzog Friedrich I.


Wir wissen es nicht ganz genau. Jedenfalls erfolgte am 22. März 1599 der erste Spatenstich im Beisein des Herzogs. Schickhardt hatte ganze Arbeit geleistet. Sein Grundriss der neuen Stadt hatte, ganz im Stil der damaligen Zeit - der Renaissance - die geometrischen Formen des Mühlebrettspiels zum Vorbild.

Freudenstadt wuchs schnell und erreichte bald den Rang einer Oberamtsstadt. Glaubensflüchtlinge aus dem Österreichischen, aus Kärnten, Steiermark und Krain, besiedelten die Stadt und stellten bald die Hälfte der über 3000 Einwohnern zählenden Stadt.

Auch nachdem Herzog Friedrich I. gestorben war, blieb Freudenstadt immer eine besondere Stadt, auch wenn durch Pest, Stadtbrände und Kriege gezeichnet, die Bevölkerung zeitweise stark gesunken war.

Ende des 19. Jahrhunderts erblühte Freudenstadt abermals und erreichte weltweite Bekanntheit als Kurstadt. Sommer- und Winterfrischler bevölkerten die Stadt und Hotels schossen aus dem Boden.

Was dem guten Schickhardt damals bei der Planung und dem Bau seiner Stadt grösste Schwierigkeiten bereitet hatte, nämlich die unermesslichen Wälder, wurden nun zum Rohstoff für die Kurstadt. Die "balsamischen Ausdünstungen" der umliegenden Waldungen, die Reinheit der Luft und deren Würze prägten den Ruf Freudenstadts als Perle des Schwarzwaldes.

Die beiden Weltkriege und dabei insbesondere die schicksalhafte Nacht vom 16. auf den 17. April des Jahres 1945 beendeten die Geschichte des alten Freudenstadt. Die Stadt wurde fast komplett zerstört. Marktplatz, Stadtkirche, Rathaus - alles fiel den Flammen zum Opfer, verursacht durch französisches Artelleriefeuer.

Von 1948 bis 1954 folgte die Zeit des Wiederaufbaus. Und wieder spielte Heinrich Schickhardt eine wichtige Rolle. Sein Grundriss des alten Freudenstadt, das Quadrat des Marktplatzes sowie die für seinen Entwurf typischen Winkelhakenbauten wurden beibehalten und mit den Erfordernissen moderner Architektur verschmolzen.

Heraus gekommen ist das neue Freudenstadt, so wie Sie auf Ihrem Rundgang mit Heinrich Schickhardt sehen. Wohl vermissen die Freudenstädter heute die alten und für den Schwarzwald typischen Fachwerkhäuser. Dafür glänzt die Stadt heute mit den neuerbauten Gebäuden der Nachkriegszeit.



Schickhardt's Arkaden in Freudenstadt



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